Erfahrungsberichte  Unimog U 1300L

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Erfahrungsbericht von unseren Reisen mit UBELIX.

Vorgelege Ölverlust
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011 unternahmen wir unsere erste Fahrt nach Island. An der Fähre in Dänemark traf ich einen anderen Unimog aus Hamburg.
Nach einem kurzen Blick auf meine Vorderachse stellte Jan fachmännisch fest" keine Vorgelegeentlüftung?"
Ich: Was ist das?
Er erklärte mir, dass das Öl abwandern würde und es einen kapitalen Schaden geben könnte ohne Öl zu fahren.
Ein paar Minuten später verschwand ich unter meinem UBELIX und stellt fest, dass nach 800 km Autobahn gut 30% des Öls nicht mehr vorhanden war.
Ab jetzt hieß es regelmäßig prüfen und nachfüllen. Zu Hause angekommen wurde dann erst mal eine Vorgelegeentlüftung angebaut, die das Problem beseitigte.

Ölwechsel nehme ich heute sicherheitshalber alle 15.000 km vor. Das Öl ist in den Vorgelegen stark beansprucht besonders bei langen Autobahnfahrten.
Als Öl verwende ich: GL5 Hypoid 75W90

Luftdruck Aufschlag bei Allrad
Beim Einschalten des Allradantriebe beim Unimog U1300L wird automatisch ein Luftdruck von ca. 0,5 bar auf Getriebe, Vorgelege und  auf die Hauptscheinwerfer gebracht. Hat den Sinn das bei Wasserdurchfahrten kein Wasser in diese nun mit Überdruck befüllten Elemente gelangen kann.
Beim Militär geht man davon aus, dass der Soldat bei Wasserdurchfahrten wie vorgeschrieben den Allrad benutzt. Also hat man das gekoppelt.
Doof ist nur, dass bei jedem Allrad einschalten nun der Druck eingeschaltet ist, auch wenn ich durch die Wüste eiere.
Der Druckaufschlag belastet auch die Dichtungen und Dichtringe.
Ich habe die Leitung unterbrochen und einen Absperrhebel dort eingesetzt. Leg ich nun Allrad ein, gibt es keinen Druckaufschlag mehr.
Es sei, ich öffne den Absperrhebel. Was aber nur notwendig wäre, wenn ich eine Wassertiefe von mehr als 50 cm durchfahre.
Viele habe die Vorgelege-Simmeringe undicht. Warum?
Ich habe an keinem meiner beiden Fahrzeuge bisher undichte Simmeringe. Warum?

Heizung
2011 fuhren wir für mehrere Wochen nach Island. Das Wetter war scheußlich und die Gasheizung funktionierte bei dem starken Wind überhaupt nicht richtig. Habe danach eine Eberspächer Diesel Warmluftheizung eingebaut.

Eberspächer Warmluftheizung

Die Heizung funktioniert sehr gut. Ich hatte zuerst die Frischluftzufuhr gewählt. Aber das war nicht das Richtige, da ich Staub und auch Dieselabgase der Heizung selbst, wenn der Wind ungünstig stand, von außen in die Kabine holte.
Dann hab ich die Frischluft aus der Kabine geholt. Das bringt auch den Vorteil, das die Luft bereits Kabinentemperatur hat und nicht die der kalten Außenluft.
Das System funktioniert sehr gut so. Vor allem, auch bei einem zweitägigen kräftigen Wind mit starker Staubentwicklung am Rande der Wüste hatten wir keine Staub in der Kabine.

Etwas haderte ich  Anfangs mit der Elektrik. Die Batterie Kapazität ist 120Amp. Der Stromverbrauch bei Licht und Heizung so um die 80 Watt. Das sollte eine Zeit lang reichen. Aber die Heizung ist so elektronisch geregelt, dass sie sich  ausschaltet, sodass immer noch genug Kapazität in der Batterie ist um ein Auto auch noch zu starten. Das Ergebnisse ist, dass die Heizung sich am zweiten Tag bereits weigerte zu laufen obwohl die Batterie noch Energie im Überfluss hatte.
Ich habe jetzt die Kabinen Batterien auf 180 erhöht.

Der Kühlschrank brauchte einfach zuviel Gas. Auch den habe ich durch einen Kompressor Kühlschrank ersetzt. Dieser hat sich bei unserer nächsten Fahrt in die Wüste hervorragend bewährt. Wenig Energieverbrauch und durch die zusätzlich angebrachte 100 Watt Solarzellen kein Problem mit fehlendem Strom.
Beim Neuaufbau vom Ubelix-4 habe ich dann auch ein weiteres Kühlschrank Manko beseitigt.
Der Kühlschrank steht fast immer auf dem Boden wie auch bei unserem Ubeli-2 und ist überfüllt, da ja recht klein.
Möchte man etwas entnehmen, dann muss man auf die Knie und in den Kühlschrank kriechen um das Gesuchte zu finden.
Nachteile: Ungemütlich für den Suchenden und eine lange Öffnungszeit des Kühlschrankes.
Bei Ubelix-4 hab ich dieses Übel beseitigt.
Der Kühlschrank wurde nun hoch gesetzt und es ist einfach und schnell das Gesuchte zu finden.
 
In dieser Höhe ist er prima zu bedienen.
     
Wasser - Trinkwasser - Abwasser - Wasserverbrauch

Abwasser
fange ich in einem unterzuhängenden Falteimer auf, wenn es notwendig sein sollte.
Wasser habe ich in zwei getrennten 80 Liter Kunststofftanks.
Diese sind unter dem Bett in der Schräge angebracht.
Deshalb habe ich Tanks dort eingebaut die passend abgeschrägt sind.
Diese kann man im Bootsbau erhalten.
Einer versorgt den Küchen- der andere den Badezimmerbereich.
Das Wasser für den Küchenbereich wird grundsätzlich nur mit gutem Wasser aufgefüllt.

Trinkwasser haben wir bisher in Afrika lieber in Kanistern oder 5 Liter Flaschen gekauft.
Da wir dann dort zeitweise so um die die 5-8 5 Liter Flaschen unterbringen mussten,
haben wir uns entschlossen bei unserem neuem UBELIX-4 einen Edelstahltank von 50 Liter im vordern Bereich einzubauen in welchen das Trinkwasser eingefüllt werden kann.

Wasserverbrauch?
In Afrika als Trinkwasser ca. 4-5 Liter/Pers.  einschließlich zum Kochen:
Waschwasser Bad ohne Duschen kommen wir mit 80 Liter 3 Wochen aus.
Anfänger brauchen leicht das Vielfache. Wüstenfüchse weniger!

 
Trinkwassertank - über Druckknopf Wasserentnahme

Navigation
Die ersten beiden Fahrten hab ich in der Wüste mit einem Garmin navigiert was recht gut ging.
Aber das Display ist einfach zu klein um beim Fahren als Fahrer die Richtung im Blick zu behalten.
Hab mir dann ein militärisches Toughbook zugelegt.
Das aufgespielte Programm von Oziexplorer ist simpel und erlaubt, dass man alle Karten aus dem Internet einschließlich von Google Mape und  -Earth aufladen kann in dem gewünschten Maßstab. Die Funktionen wie Tracks, Routen und Wegpunkte zu erstellen sind auch vorhanden und noch einiges mehr.
Seit unsere West-Sahara Reise bin ich echt von dem Oziexplorer begeistert. 
Wichtig ist für mich, dass der Ozie-explorer jede gefahrene Streck in der Karte aufzeichnet und damit die Route jederzeit nachvollziehbar zu sehen ist.

Verzurrung
Was sich als sehr positive bemerkbar machte, war das Anbringen von Gummibändern im Wohnraum. Teller, Gewürze, Vorhänge, Wasserflaschen, Campingstühle und anderes war damit gesichert. Auch bei der wildesten Dünenfahrt gab es da keine losen Teile, die sich verselbständigten und durch den Wohnteil flogen.

Fenster - Kondensation
Wir hatten uns beim Ubelix-1+2 bewusst für kleine Fenster entschieden. Zerstörten einmal weniger die Konstruktion des Kabinenaufbaus. Haben keine zu große Sonneneinstrahlung in warmen und kein zu großer Wärmeverlust in kalten Gebieten. Auch aus Sicherheitsgründen sind kleine Fenster von Vorteil.
Die beiden Schiebefenster in der Tür und nun bei uns im Waschraum haben wir belassen.
Im Waschraum ist das nicht isolierte Fenster kein Problem, da der Raum durch eine Tür abgetrennt ist vom Schlafbereich und das Fenster immer zur Belüftung leicht geöffnet ist. Das Schiebefenster in der Eingangstür hat den Nachteil, dass dort das Wasser kondensiert wenn es außen kalt ist und Personen im  Wagen schlafen. Da wird eine Menge Luftfeuchtigkeit erzeugt die entweder durch ein geöffnetes Fenster sich entweicht oder kondensiert auf alles was kalt ist.
Der Fahrerraum ist durch eine Schiebetür abgetrennt und somit haben wir keine Probleme mit Kondensation an den Scheiben der vorderen Fahrerkabine.

Isolierung
Sehr gut bewährt hat sich die zusätzliche Verwendung von 6 mm  Korkplatten besonders im Bettbereich.
Auch wenn man z. B. an der hinteren Wand anliegt, ist diese durch den Kork angenehm warm.

Tankkapazität bei Ubelix-2
Mit den 290 Liter bin ich bei meinen bisherigen Touren gut zurecht gekommen.
Die Kanister habe ich bis heute nicht benutzt und waren nur gut für billigen Diesel Einkauf.
Andere Fahrzeuge mussten noch nicht tanken wenn ich nach 1000 km an der dritten Tanke so um die 250 Liter einfüllte.
Aber  die schleppen auch die ganze Zeit 300 kg mehr mit sich und ich weiß nicht warum.
Ob Skandinavien, Osteuropa oder in Nordafrika, nach 1000 km ist immer eine Tanke zu finden.
'Wie gesagt ich wollte nicht durch den Tschad nach Südafrika.

Seilwinde 24V / 6t
Bisher habe ich die Winsch nicht ein einziges mal für unseren Ubelix-2 benötigt.
Aber bereits oft um andere Fahrzeuge wieder in Bewegung zu bringen.
Es ist der Einsatz der Winsch wesentlich schonender für das eigene Fahrzeug, als wenn man mit durchdrehenden Rädern versucht ein anderes Fahrzeug wieder in Bewegung zu bringen. Das eigene Fahrzeug steht einfach nur als Gewicht zur Verfügung und weder Motor, Kupplung noch der Antriebsstrang werden belastet.
Bei meinem Ubelix-4 hab ich auf eine Winsch verzichtet, da sie für meinen Ubelix nicht wirklich gebraucht werden kann.

Fensterabdeckungen/Tarnabdeckung
Von der Bundeswehr waren diese ungebraucht noch in meinem Unimog vorhanden. Hatte diese nicht weiter beachtet aber im Fahrzeug belassen.
Ich erinnerte mich dann an diese Abdeckungen als unsere Fahrerkabine in der brennenden Sonne total aufheizte.
Ich habe die Abdeckungen dann an der Frontscheibe und an den Seitentüren angebracht. Hatte einen enormen Effekt. Schützt vor Sonneneinstrahlung und aufheizen aller Technik im Fahrerhaus. Ist leicht anzubringen und zu entfernen. Urteil: Empfehlenswert.

Die Toilettenanlage - das Festbett.
Da ich mich darüber bereits ausgibt in einem Artikel ausgelassen habe möchte ich deshalb auf ihn verweisen.
In Kurzform . Ohne separatem Klo keine ordentliche Wohnkultur.
Mehr und ausführlicher: 
Überlegung: WC-Bad+Festbett

Der Durchgang, die Schiebetür.
Eine Schiebetür ist am einfachsten um den Durchgang nach vorn zu verschließen, finde ich. Benötigt wenig Platz und schließt recht dicht.

Der höhere Aufbau von UBELIX-2.
Als wir in 2015 unsere erste wirkliche Reise, es war eine der bisher anspruchsvollsten Dünenfahrten zum Verlorenen See in Tunesien, mit dem neuen verlängerten und um 20 cm höheren Aufbau unternahmen, stellte ich erfreut fest, dass sich nichts am Fahrverhalten geändert hatte.
Auch extreme Schräglage, siehe Video , steckte er problemlos weg.
Die vorhandene
Gewichtsverteilung hatte sich durch veränderte Konstruktion positiv mehr nach vorn verschoben.

Reifendruck, Luftdruck bei Geländefahrt
'
Der Luftdruck ist besonders bei Fahrten im Gelände von großer Bedeutung.
Je weniger Luftdruck umso mehr Aufstandsfläche und somit verringerten Bodendruck haben wir.
Oder anders gesagt: Mit weniger Luft im Reifen lassen sich weiche Böden oder Sanddünen überfahren, die mit einem normalen Luftdruck nicht zu bewältigen sind.

Oft wird der Vorteil der durch das verringern des Reifenluftdrucks entsteht, besonders bei Neulingen, verkannt.
Wichtig ist dabei auch welche Reifen montiert sind.
Nicht alle Reifen lassen einen so geringen Luftdruck zu wie die hier aufgeführten Michelin XZL.

Hierüber sollte man sich vorher beim Reifenhersteller erkundigen.

Ich habe auf meinen beiden Unimogs Michelin XZL 365/80 R20 montiert. (Ubelix-2 fahren wir nun bereits  60 000 km mit einen Satz Reifen)
Dieser Reifen lässt eine starke Herabsetzung des Luftdrucks zu.

Der normale Luftdruck für diesen Reifen ist für die Autobahnfahrt  für meinen Unimog 2,5 bar möglich. Ich fahre aber AB mit 3,2 bar.

An dieser Tabelle ist zu sehen, dass ich den Luftdruck bis auf 0,9 bar senken kann, bei einer dann nur noch zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 20 KM/h. Beachte: 2x Radlast=1x Achslast

 kl
Die hier aufgeführte Veränderung der Latschlänge in Prozent ist nicht gleichzusetzen mit dem wirklichen erzielten Vorteil
des vorwärts Kommens. Der ist um einen wesentlichen Anteil höher, da hier noch andere Faktoren mitwirken die einen positiven Einfluss haben.

Ich habe einmal auf einer festen Fläche bei verschiedenen Luftdrücken meine Reifenaufstandsflächen ermittelt.
Ich habe die so genannte Latschlänge einmal festgehalten bei meinem Fahrzeug. (Radlast ca. 1.740 kg)
Ausgehend von 4,5 bar als 100% ergibt sich dann:

asd  awe      
       
rtz  sdf      
       

Erst unter 1,5 bar wird der Reifen wirklich „länger“.
Bei Fahrten mit 1,2 bar Luftdrucks im losen Wüstensand, besteht ein gefühlter Unterschied von mehr als 100% zu dem normalen Luftdruck von 2,5 bar.
Ein festgefahrenes Fahrzeug ist nach ablassen des Luftdrucks um 1-1,5 bar (Max bis auf 0,8 bei Michelin XZL) plötzlich wieder voll beweglich.
Aber zu beachten ist:
Irgendwo hat jeder Boden seine Belastungsgrenze und dann steckt man auch bei niedrigsten Luftdruck fest.
Sandbleche und Schaufel sind dann die besten Helfer.

Sandbleche
Negative Erfahrung durfte ich bei meinem ersten Einsatz von Sandblechen  mit meinem UBELIX-3 in der Wüste 2018 machen.
Steile Anfahrt mit dann 90° Dünenauffahrt. Festgefahren. Sandbleche untergelegt. Sandblech vorn war verrutscht und die rechtwinkelige Ecke bohrte sich in die Reifenflanke. Ergebnis ein 10mm Einstich-Riss und daraus folgend ein Radwechsel.
Gelernt: Alle Ecken entschärft und mit einem 20mm Radius versehen. Hätte mir auch vorher einfallen können.

Fenster
Die verbauten Fenster sind von Seitz. Sie sind gut und stabil gebaut haben aber auch Nachteile.
Kleine Mücken können durch die nicht wirklich dichte Konstruktion auch beim herabgelassenem Mückenschutz eindringen.
Die Scheiben verkratzen sehr schnell in unseren Geländewohnmobilen.
Obwohl wir nicht wirklich durch Buschland gefahren sind, sind die Außenscheiben total verkratzt.
Nur die Scheiben zu ersetzen kostet das Stück 135 Euro. Damit hätte ich aber auch nach kurzer Zeit das gleiche gehabt.
Fenster mit Glas gab es in dieser Größe nicht. Was machen?
Ich hab eine einfache Lösung durch aufkleben von Verbundglasscheiben gefunden.
Fenster mit Glasscheiben versehen.

Klimaanlage
Das Thema kam bei uns in Namibia auf.
Wenn wir abends noch 35° in der Wohnkabine hatten, da war kein angenehmer Schlaf möglich.
Eine Lösung gab es da nicht außer die Hitze geduldig zu ertragen.
Beim Ubelix-4 habe ich deshalb direkt eine kleine Split-Klimaanlage eingebaut.
Kühlung funktioniert nur wenn eine Split-Anlage eingesetzt wird.
Ein Außengerät und ein Innengerät.
Außen bleibt die Wärme und innen kommt die Kälte an.
Anders ist es nicht machbar.

Wie sich das Gerät bewährt, kann ich erst nach diesem Sommer (2018) mitteilen, da ich dieses Gerät erst im Einsatz testen werde.
Läuft über 220V. Hab es über einen Konverter (muss aber 1000W haben) an einer 12V 80Amp. Batterie getestet. Lief dort 45 Minuten, dann war die Abschaltspannung von 11.5V erreicht.
Mehr über den Einbau hier Ausbau Ubelix-4

 



Nimmt etwas Platz ein aber wir hatten noch den passenden "Luftraum" frei

 


 

 

 

  

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